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Berndt Seite

N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Otto, Louise

Otto, Louise

Louise Otto-Peters -Schriftstellerin und Frauenrechtlerin

Am 26. März 1819 erblickt Louise Otto als Tochter des Gerichtsdirektors Fürchtegott Wilhelm Otto und dessen Ehefrau Christiane Charlotte (geb. Matthäi) in Meißen das Licht der Welt. Nachdem sie zunächst von ihren Eltern unterrichtet wird, hat sie wie alle Mädchen ihrer Zeit keine Möglichkeit nach der Konfirmation eine weiterführende Schule zu besuchen.

1835/36 sterben in kurzer Folge die Eltern. Louise Otto bleibt mit ihren drei Schwestern in Obhut einer Tante im elterlichen Haus am Baderberg 2 in Meißen. Vier Jahre später lernt sie, während eines Besuchs bei ihrer Schwester im erzgebirgischen Oederan, Heimarbeiterinnen kennen und schreibt über deren Lebenssituation. Ihr Gedicht "Die Klöpplerinnen" erscheint im Oederaner Stadtanzeiger und löst wegen seines sozialkritischen Inhalts große Empörung aus.

1843 veröffentlicht Louise Otto ihren ersten Roman "Ludwig der Kellner". In einem Aufsehen erregenden Leserbrief in den „Sächsischen Vaterlandsblättern" verkündet sie: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht". Sie unterstützte damit den Politiker Robert Blum (1807-1848), der in dem von ihm herausgegebenen Blatt die Frage nach der politischen Stellung der Frau aufgeworfen hatte und die Verbesserung des Schulunterrichts für Frauen forderte.

Bis 1845 publiziert Louise Otto unter dem Pseudonym „Otto Stern" ihre gesellschaftskritischen Schriften. Sie konzentriert sich in ihrem Schaffen auf zwei Forderungen: die Arbeitswelt für bürgerliche Frauen zu öffnen und zugleich die Situation der arbeitenden Frauen zu verbessern.

In dem Roman "Schloß und Fabrik" (1846) prangert sie Not und Elend sächsischer Weberinnen und Klöpplerinnen an. Der Roman wird gleich nach seinem Erscheinen verboten. Nach Überarbeitung, der von der Zensur als besonders „gefährlich" bezeichneten Textpassagen, kann das Buch neu erscheinen.

1847 veröffentlicht Louise Otto den ersten Band frauenpolitischer Gedichte, „Lieder eines deutschen Mädchens". Die sozialkritischen Gedichte prägen ihren Beinamen "Lerche des Völkerfrühlings". In Robert Blums „Vorwärts. Volkstaschenbuch für das Jahr 1847" erscheint Louise Ottos grundlegender Artikel „Über die Teilnahme der Frauen am Staatsleben". Darin entwickelt sie programmatische Ideen für eine Frauenbewegung. Forderungen nach rechtlicher Gleichstellung von Frau und Mann verbindet sie in erster Linie mit dem notwendigen Zugang der Mädchen und Frauen zu Bildung.

Am 21. April 1849 erscheint die erste Ausgabe der von Louise Otto gegründeten überregionalen „Frauen-Zeitung" unter dem Motto „Dem Reich der Freiheit werb' ich Bürgerinnen". Sie ist das erste Publikationsorgan der entstehenden Frauenbewegung. Ihr Leitartikel prangert die Ausgrenzung der Frauen aus der neuen bürgerlichen Öffentlichkeit als Widerspruch zu den demokratischen Forderungen und liberalen Idealen der Revolution von 1848/49 an.

Als in Sachsen 1850 das neue Pressegesetz verabschiedet wird, das Frauen die Leitung einer Zeitung untersagt, lässt sie ihre Zeitschrift im preußischen Gera erscheinen bis auch hier 1853 ein Gesetz zum Einstellen der Zeitschrift führt.

Louise Otto verlobt sich mit dem Schriftsteller August Peters im Gefängnis von Bruchsal, in dem er eine Kerkerhaft wegen der Teilnahme an der Revolution 1848/49 verbüßt. Am 24. November 1858 heiraten Louise Otto und August Peters in Meißen und ziehen nach Freiberg. Zwei Jahre später ziehen sie nach Leipzig um, wo beide maßgeblich an der Redaktion der seit 1861 sechsmal wöchentlich erscheinenden „Mitteldeutschen Volks-Zeitung" beteiligt sind. Louise Otto-Peters betreut das Feuilleton und publiziert selbst zu Frauenthemen.

1865 zählt Louise Otto-Peters zu den Mitbegründerinnen des Leipziger Frauenbildungsvereines und wird zur ersten Vorsitzenden gewählt. Auf der Gesamtdeutschen Frauenkonferenz in Leipzig gründet sie zusammen mit Auguste Schmidt und Marie Löper-Houselle den Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF) und läutet damit den Beginn der organisierten deutschen Frauenbewegung ein. Die Vereinsziele sind die Rechte der Frau auf Bildung, auf Erwerbsarbeit und Zugang zum Universitätsstudium.

Bis 1895 ist sie Vorsitzende des ADF und Mitherausgeberin des Vereinsorgans „Neue Bahnen". 1866 erscheint ihre Schrift „Das Recht der Frauen auf Erwerb".

Ihren letzten öffentlichen Auftritt hat Louise Otto-Peters 1894 bei der Eröffnung der ersten Gymnasialkurse für Mädchen in Leipzig.

Am 13. März 1895 stirbt die in Meißen geborene Louise Otto-Peters in Leipzig.

Text und Bild: Stadt Meißen