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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

"Schloss Albrechtsburg"

Karl Christoph Thiele

Schloß Albrechtsburg

Mein Freund, bemühe deinen Fuß,
Die Albrechtsburg hinauf zu steigen
Und siehe, welchen Ueberfluß,
Die Berge und Thäler zeigen.

Wer Einsicht und Empfindung hat,
Muss GOTT in diesen Fluren preißen,
Und dich, du weltberühmte Stadt,
Dich, angenehmes Meißen.

O! welch ein reitzendes Revier,
Strohm, Berge, Städte, Schlößer, Auen,
Alleen, Wälder, kan man hier,
Durch einen Blick, umschauen.
Die Berge zieren dich wie Rom,
Du prangst mit Allmachts-weisen Spuhren,
Die Elbe schlängelt ihren Strohm,
Durch deine schöne Fluren.

Und wem ist dieses unbekannt,
Was GOTT noch jetzt durch Berge schencket,
So, daß dadurch so manches Land,
An GOTTES Güte dencket.

GOTT kan mit Seegen und Gedeihn
Die hohen rauhen Berge schmücken,
Mit Kräutern, mit Metall und Wein,
Uns dadurch zu erquicken.

Dort gräbt der Menschen kühne Hand,
Und bricht durch Felsen, Berg und Tiefen,
Hier siehet man ein fettes Land
Vom Reben-Safte triefen.

Dort steigt der Wintzer ab, und auf,
Um den der Weinherr lächlend schleichet.
Der Wintzer lehrt, er mercket drauf,
Wie sich der Weinstock zeiget.

Der Landmann pflügt, besät sein Feld,
Der Wintzer schneidet hier die Reben
Und wenn nun Thau und Regen fällt,
Bringts beyden Kraft und Leben.

Im grünen Thal, und auf der Höh,
Sieht man die fetten Heerden weiden.
Im Gras, in Blumen und im Klee,
Den Hirten an der Seiten.

Dort geht ein Schiff in vollem Lauf,
Schnell sieht mans durch die Wellen streichen.
Sie spannen frisch den Seegel auf,
Den Port bald zu erreichen.

Hier fährt der Fischer hin und her,
Auf seinem Kahn, mit Netz und Stricken,
Den Lachs und Wels und andre mehr,
Recht schleichend zu berücken.

Welch anmuthvolles Waldgethön
Hört man hier überall erschallen,
Die muntre Nachtigall schlägt schön,
Ihr Schlag gefällt auch allen.

Mein Freund, erwäge mit Bedacht,
Des großen Schöpfers Allmachts-Spuren,
Besinge dessen Huld und Macht
In diesen schönen Fluren.

Mich aber soll ein jeder Berg,
Und jedes Thal, den Trost-Grund lehren:
Wie seelig ists in seinem Werck,
Den Meister zu verehren.

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Karl Christoph Thiele, Schönheiten der Natur in den lustigen Gegenden von Meißen bis Dresden, in 10. Kupfern vorgestellt. Herausgegeben und beschrieben von C. C. THielen, Meißen 1769, S. 4-6.

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