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Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerinerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Räthsel von der Stadt Meißen

Räthsel von der Stadt Meißen

Johann Georg Theodor Grässe

Räthsel von der Stadt Meißen

Von den Merkwürdigkeiten der guten Stadt Meißen existiren verschiedene Gedächtnißverse in lateinischer und deutscher Sprache. Wir setzen hierher als Probe des Meißner Poeten Johann Gottlob Kittel Reime, die freilich schlecht genug sind. Sie lauten also:

Schloß, Dom, Thurm und Fürsten-Gräber, Porcellan, Gewölbe, Wein, 

Schule, Brücke, guter Brunnen, Frösche, die verstummet sein,

Die eilf Stücke schreibt von Meissen Fama selbst in Marmor ein.

Es giebt aber auch einige Räthsel von der Stadt selbst; das erste heißt:

Wo ist der Berg, darauf drey Schlösser stehen

Und nebenher drey Wässer gehen?

Die drei Flüsse nämlich sollen die Elbe, die Meiße, von der ganz Meißen den Namen haben soll, ob sie gleich sehr klein ist, und die Triebisch sein. Die drei Schlösser sind die noch vorhandene Albrechtsburg, das burggräfliche, welches durch die Zeit, und das bischöfliche, das durch Brand zerstört ist. Ein anderes Räthsel lautet:

Wo sind drei Schlösser auf einem Berge? ein Dörflein in einem Graben?

und eine Brücke, die höher ist, als die Thürme in der Stadt?

Das ist Meißen, denn auf dem Berge liegen die drei schon erwähnten Schlösser, das Dorf ist hier in dem Stadtgraben erbaut, und die Brücke auf der Albrechtsburg, welche den Schloßberg und den St. Afraberg verbindet und unter der der Weg nach Lommatsch und Freiberg geht, liegt höher als der Thurm der Stadtkirche.

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Johann Georg Theodor Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Bd. 1. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage, Dresden 1874, S. 57f.

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