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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Blut aus Brot geflossen zeigt Krieg an

Blut aus Brot geflossen zeigt Krieg an

Johann Georg Theodor Grässe

Blut aus Brot geflossen zeigt Krieg an

Im Jahre 1016 zeigte ein Landmann zu Meißen an, daß, so oft er und seine Familie Brot abschnitten, Blut herausfließe. Dieß bedeutete den im nächsten Jahre geschehenen Einfall der Böhmen unter Herzog Boleslaus ins Meißner Land.

Im Jahre 1636 schnitt hier ein Schuhmacher Holz und es strömte warmes rothes Blut heraus, dieses wurde von vielen Leuten gesehen und gesammelt und auf das Rathhaus getragen und also gedeutet, daß das Meißner Land noch viel Blut werde schwitzen müssen. Also geschah es, denn 1637 folgte der Meißner Brand und die Plünderung der Stadt, welche grausig von M. Daniel Schneider, einem Meißner Stadtkinde, in seiner 1650 zu Dresden gehaltenen Friedenspredigt beschrieben worden ist.

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